Diplomausstellung: Im falschen Erinnern
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The title of the diploma exhibition, “Im falschen Erinnern”, is poetically inspired by Henri Bergson's theses from “Die Erinnerung des Gegenwärtigen und das falsche Wiedererinnern (Memory of the Present and False Remembrance)” (1908). Bergson describes how memories shape not only the past but also the present. This interplay between memory and the present opens up a space for new possibilities.
This is a principle that also shapes my painting. The motifs in my pictures arise from everyday moments, dreams, and fleeting scenes. But as soon as I engage with painting, the focus shifts. The process becomes a dialogue with the canvas and the essence of painting itself. The pictures develope independently, away from my conscious plan, and transform into “false memories.” Here, “false” does not stand for fallacy, but for the creative transformation and alienation of memories, which thus become something new.
These are ephemeral moments that become concrete and tangible in the picture.
The written part of my work is introspective and written in diary form. It illuminates my everyday life and the thoughts that lead to the creation of images, without, however, going into the specific content of the images.
GERDer Titel der Diplomausstellung, „Im falschen Erinnern“, ist poetisch von Henri Bergsons Thesen aus „Die Erinnerung des Gegenwärtigen und das falsche Wiedererinnern“ (1908) inspiriert. Bergson beschreibt, wie Erinnerungen nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart formen. Dieses Wechselspiel zwischen Erinnerung und Gegenwart öffnet einen Raum für neue Möglichkeiten.
Ein Prinzip, das auch meine Malerei prägt.Die Motive meiner Bilder entspringen alltäglichen Momenten, Träumen und flüchtigen Szenen. Doch sobald ich mich mit malerisch auseinandersetze, verschiebt sich der Fokus. Der Prozess wird zu einem Dialog mit der Leinwand und der Essenz der Malerei selbst. Die Bilder entwickeln sich eigenständig, abseits meines bewussten Plans und verwandeln sich in „falsche Erinnerungen“. Dabei steht „falsch“ nicht für Fehlerhaftigkeit, sondern für die kreative Umgestaltung und Verfremdung von Erinnerungen, die so zu etwas Neuem werden.
Es sind ephemere Augenblicke, die im Bild konkret und greifbar werden.
Der schriftliche Teil meiner Arbeit ist introspektiv und in Tagebuchform verfasst. Er beleuchtet meinen Alltag und die Gedanken, die zur Bildfindung führen, ohne jedoch auf die konkreten Bildinhalte einzugehen.
Videocredits:
Universität für angewandte Kunst Wien, © Anna Sophia Rußman und Kilian Immervoll, 2025